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Dienstag, 19. September 2017

PPL Theorie Prüfung

Um den PPL zu erwerben, muss man neben dem AFZ und dem LPC, die 2 großen Prüfungen für den PPL selbst bestehen. Zum einen ist das die praktische, zum anderen die theoretische Prüfung und von genau dieser werde ich euch heute erzählen.

Starten werde ich, wie bei allen Prüfungen, mit einem kleinen Überblick über die Prüfungsmodalitäten.
Die Voraussetzung für die theoretische Prüfung ist, dass die theoretische Ausbildung, also der Theoriekurs, bereits besucht und anschließend eine computerbasierte Vorprüfung bestanden wurde.
Zur Vorbereitung auf die Prüfung gibt es einen von der Austro Control zur Verfügung gestellten Fragenkatalog. Dieser umfasst 8 Kapitel unter welchen man jeweils ca 57-225 Multiple Choice Fragen zum Thema findet.
Jede Frage hat 4 Antwortmöglichkeiten von denen jeweils eine richtig ist.
Bei der Vorprüfung werden ausschließlich Fragen aus diesem Katalog gestellt und in jedem Kapitel müssen mindestens 90% erreicht werden.
Für die "echte" Prüfung muss allerdings etwas mehr als nur der Fragenkatalog gelernt werden, denn dieser umfasst hierfür nur ca 75% der Fragen. Um die Prüfung zu bestehen, müssen in jedem Kapitel jeweils 75% erreicht werden.

Nachdem ich meinen Theoriekurs abgeschlossen habe, verging leider einige Zeit bis ich zur Prüfung (und auch Vorprüfung) angetreten bin. Ich empfehle jedem von euch so bald wie möglich anzutreten, da man mit der Zeit Einiges vergisst und damit wieder mehr lernen muss.
Für die Zeit die man sich zum Lernen nehmen sollte möchte ich keine Angaben machen. Ich denke das ist sehr individuell.
Durch mein Studium bin ich es gewohnt in kurzer Zeit große Mengen zu lernen, deswegen fiel es mir auch sehr leicht für diese Prüfung zu lernen.
Zur Unterstützung habe ich ein Onlinetool verwendet, welches ich zuvor gekauft habe. Es war auf alle Fälle hilfreich, allerdings war ich mit der Software selbst nicht zufrieden, weswegen ich den Namen hier nicht nennen werde. Solltet ihr Fragen hierzu haben, könnt ihr sie
mir gerne per Kommentar, Mail oder Facebook stellen.

Zusätzlich zu der Software, welche die MC Fragen abdeckt, habe ich mit den Unterlagen für den Theorieunterricht, für den mir meine Flugschule freundlicherweise ein iPad zur Verfügung stellte, gelernt. Damit hatte ich immer alle Unterlagen kompakt bei mir.
Meinen Fokus legte ich hierbei auf jene Themengebiete, die auch vom Fragenkatalog behandelt wurden. Um die im Fragenkatalog nicht vorkommenden 25% abzudecken, stellte ich mir immer die Frage wie eine Frage aussehen könnte, auf die die "falsche" Antwort passen könnte. Bei technischen Themen wie Funk und Navigationshilfen stellte ich mir die Fragen auch immer für andere Systeme.

So nun genug von der "Theorie", nun erzähle ich euch von meiner Prüfung.
Wie mir von meiner Flugschule empfohlen wurde, meldete ich mich ca. 2 Wochen vor meinem gewünschten Termin bei der Austro Control und vereinbarte telefonisch den Termin. Nach dem Telefonat musste ich nur noch die Bestätigung über die bestandene Vorprüfung per Mail versenden.

Ich reiste bereits einen Tag vorher nach Wien um den Montagsmorgenverkehr zu umgehen und bezog ein Hotel in Fußweite des Austro Control Büros. Bereits am Weg zum Hotel ging ich daran vorbei und wusste somit schon, wo ich am nächsten Morgen hin musste.
Im Hotel angekommen ging ich noch einmal alle Fragen durch und schaute mir meine Zusammenfassungen an. Ich gehöre zu den Personen, die bis zum Ende an ihren Karteikärtchen hängen, weil es eine der wenigen Möglichkeiten ist meine Nervosität unter Kontrolle zu halten. Die Gewissheit zu haben, was die richtigen Antworten sind, beruhigt mich.
Am nächsten Morgen machte ich mich nach dem Frühstück auf zum Austro Control Gebäude. Da ich etwas zu früh dran war, wartete ich an der frischen Luft (wenn man das an einer Hauptstraße so nennen kann ;) ) und beobachtete dabei die vielen Leute die die Büros betraten und fragte mich welche wohl noch zur Prüfung unterwegs waren.
Als die Zeit gekommen war, meldete ich mich beim Empfang an, ging durch die Sicherheitskontrolle und fuhr in das Büro in einem der oberen Stockwerke. Dort warteten bereits die anderen Kandidaten ungeduldig auf die Dame welche uns zur Prüfung abholen sollte. Einige davon hatte ich bereits vor dem Eingang richtig als Prüflinge erkannt.

Frau Wöhrer, welche für die Prüfungen verantwortlich ist, holte uns pünktlich um 8:30 und brachte uns in den Prüfungsraum. Dort erklärte sie uns nochmals die genauen Prüfungsmodalitäten und wo wir eventuelle Pausen verbringen könnten.
Zur Prüfung durfte man Papier und Schreibzeug, ein Lineal und den Rechner mitbringen.
Man darf nach jedem abgeschlossenen Kapitel eine Pause machen und sich die Zeit frei einteilen. Nur die Zeit für die Kapitel selbst ist begrenzt und wird einem immer angezeigt.
Ich nutzte diese Gelegenheit und legte 2 Pausen ein, manche legten die Prüfung aber auch in einem Block ab.
Was mich ein wenig verwunderte, war, dass pro Kapitel nur sehr wenige (zwischen 8 und 16) Fragen gestellt wurden und hier teilweise sehr ähnliche. Ich empfehle also jedem wirklich alles anzuschauen und nicht eine Gruppe von Fragen einfach wegzulassen.
In der vorgegebenen Zeit war es leicht möglich alle Fragen mindestens 2 mal durchzugehen und nachzurechnen. Ich war, obwohl ich alle Antworten mehrmals kontrollierte und eine der Letzten war die fertig wurden, schon vor 11 Uhr mit der Prüfung fertig.
Gleich nachdem man das Frau Wöhrer mitteilt, bekommt man auch schon das Ergebnis und einen A4 Zettel der das bestätigt.

Ich habe während der Prüfung schon mitnotiert, welche Antworten meiner Meinung nach sicher stimmen sollten und war deswegen ziemlich sicher, dass ich die Prüfung bestanden habe. Trotzdem waren die wenigen Minuten bis ich das Ergebnis in der Hand hielt sehr aufregend.





Kommentare:

  1. Hallo Cornelia, erst mal Gratulation! Ich hätte eine Frage zum Ablauf bei AustroControl: Ist der von Dir genannte "Rechner" der CX-2 und das "Lineal" ein NAVIMAT bzw. Jeppesen Plotter? LG und Happy Landings, Josef Riegebauer

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    1. Hallo Josef!
      Wie du schon richtig geraten hast, meinte ich mit dem Rechner den CX-2, als Lineal hab ich mein Kursdreieck bezeichnet. Wenn mich nicht alles täuscht, hab ich den Navimat nicht verwendet, da ich mir nicht sicher war wir maßstabsgestreu die Karten sind. Den Rest, den der Navimat kann, kann der CX2 ja auch :)
      Liebe Grüße, Happy Landings und viel Glück/Können bei der Prüfung, falls du sie noch vor dir hast!

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  2. Hallo Cornelia,
    super Blog!! Eine Frage bitte: Was für ein Gefühl hattest Du? Waren wirklich 25% außerhalb des Fragenkataloges dran, bitte? Merci! Dominik

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    1. Ich würde sogar behaupten es waren genau 25%. Bei 8 Fragen waren 6 bekannte, bei 16 kamen mir 12 bekannt vor :D
      Allerdings waren einige davon mit gesundem "Verstand" gut zu beantworten, manchmal auch mit Ausschlussprinzip. Es waren nur wenige dabei die mir gar nichts sagten. In falschen Fragen ausgedrückt: Ich hatte maximal eine Frage pro Kapitel falsch.
      Viel Glück bei deiner Prüfung und liebe Grüße

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    2. Danke Dir ... das beruhigt etwas (gesunder Menschenverstand). Viel Spaß beim Fliegen!!! Always (Many) Happy Landing!

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